Donnerstag, 9. Juni 2022

Der perfekte Hund 😉

Ein Gefühl verschwindet nicht einfach, nur weil ich es anordne. “Hör auf“, “Schluss jetzt“ oder “Ist doch nicht so schlimm“.

Das Gefühl von Sicherheit kann man auch gar nicht über reine Willenskraft erzeugen.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es viele Menschen nicht ertragen, im Hier und Jetzt zu sein. Wir beamen uns irgendwie gedanklich weg oder konsumieren irgendwas, um den Alltag besser zu ertragen.

Leider wird oftmals auch von Hunden verlangt, sich zusammen zu reißen und sich unserem gestressten Tagesablauf anzupassen. Der perfekte Hund zur Kompensation eines unglücklichen Lebens...😥

Gerade jungen Hunden steht die Begeisterung förmlich ins Gesicht geschrieben. 😍 Und natürlich müssen sie neben Wachsen und erwachsen werden so vieles lernen.

Aber das Leben ist viel zu kurz, um nur zu funktionieren und es allen Recht zu machen. Manche Hunde fallen daher nur auf, um dir zu zeigen, dass es Zeit ist, die Situation zu ändern oder zu gehen.

Denn man bekommt immer den Hund, den man braucht, nicht den, den man vermeintlich will. ❤🤣🙏

Darf ich den streicheln?

Ich bin immer wieder erstaunt, dass viele Menschen davon aus gehen, dass jeder Hund gestreichelt werden möchte...🤔

Ich sehe oft Hunde, die bei Berührungen (besonders beim Spaziergang oder bei Besuch) aufgeregt reagieren, hoch springen, die Hände in's Maul nehmen und/oder im besten Falle den Kopf einziehen und weggehen.

Also wenn ich gerne massiert oder berührt werden möchte, werde ich mit Sicherheit nicht von der Liege aufspringen, weg laufen, rumzappeln oder die Hände wegstupsen...

“Also wenn du hochspringst werde ich dich nicht streicheln“ O-Ton Mensch. Kaum sitzt Hund  wieder ruhig, kommt die Hand und das Szenario geht von vorne los. Wie kommt man auf diese Idee???

Manchmal habe ich eher das Gefühl, dass Hunde lernen, “bloß nicht ruhig stehen oder sitzen - sonst werde ich angefasst“ 🙈

Wenn ein Hund angefasst werden möchte, wird er ruhiger, drückt sich womöglich an dich heran, legt sich vielleicht sogar hin und genießt...😍

Und manchmal ist es tatsächlich besser, einen Hund nur mit dem Herzen zu berühren, um Nähe herzustellen. ❤

 

 

Samstag, 5. März 2022

Hunde haben keine Langeweile

 Der Mensch ist das einzige Lebewesen was sich langweilt.

Gehst du mit einem Welpen 50 m spazieren, brauchst du eine halbe Stunde. Leider sind die meisten Menschen so auf ein Ziel fokussiert, dass sie den Spaziergang gar nicht genießen. Ständig animieren sie ihren Welpen zum Weitergehen, obwohl dieser damit beschäftigt ist, die Welt zu entdecken...
Mal abgesehen von Grundbedürfnissen, wann setzen sich Menschen eigentlich Ziele? Eigentlich immer dann, wenn sie da, wo sie sind, nicht sein wollen. Wenn man sich nicht mehr fühlen kann oder der Schmerz an die Oberfläche drängt, füllt man diese Gefühle mit Zielen, um diese Leere nicht zu spüren.
Somit lernt auch schnell der Hund - da wo mein Mensch ist, ist es eigentlich gar nicht schön. Was wäre, wenn auch wir wieder im Hier & Jetzt leben und jeden Moment, jeden Schritt mit Hund genießen würden?
Wir müssen Hunden nichts bieten, sondern sie nur spielerisch die Welt entdecken lassen. Schaffen wir es, mit einer liebevollen, friedlichen Haltung, ihr Vertrauen zu gewinnen, mit Regeln, die ein Miteinander vereinfachen, den Hund durch den Tag zu führen, liegt das Glück nicht mehr in der Zukunft, “erst wenn mein Hund das macht, dann....“, sondern jeder Augenblick wird zu einem wertvollen Moment. ❤

Mein Hund darf Knurren - Deiner auch?

 Viele Menschen haben Angst vor den Lautäußerungen ihres Hundes, dabei gehört auch Knurren zu dem natürlichen Repertoire der Kommunikation.

Gefühle kann man nicht einfach abstellen, daher ist es nicht ratsam, seinem Hund das Knurren und Bellen zu verbieten, denn sonst kann es im schlimmsten Fall passieren, dass ein Hund ohne Vorwarnung zubeißt. Besser ist es natürlich, auf die kleinen, feinen Signale zu achten, um auf Grenzen adäquat reagieren zu können, aber aller Anfang ist schwer...
Wer ist lauter, Täter oder Opfer? Lass Dir kein schlechtes Gewissen einreden, wenn Dein Hund auch mal lautstark reagiert...
Natürlich wäre es schön, wenn ein Hund niemals in die Lage kommen müsste, sich selber zu verteidigen, aber sich nur mal aufregen weil... macht einen Hund noch lange nicht aggressiv.



Im Gegenteil, souverän Grenzen setzen zu lernen ist wie ein Kurs in Selbstverteidigung, in dem man nur mehr Sicherheit im eigenen Körper gewinnt. Denn Vertrauen in die eigene Stärke und in die eigenen Fähigkeiten, macht auch Hunde zu einem geduldigeren, freundlicheren Lebewesen, dass es nicht nötig hat, alles persönlich zu nehmen und ständig irgendwas “klären“ zu müssen.
Man muss nicht perfekt sein, und man muss auch nicht alles richtig machen, aber Überforderung, Provokation und Aggressionen können Hunde in eine für sie aussichtslose Lage bringen. Gut gemeint ist nicht immer gut, aber ein respekt- und liebevoller Umgang schafft Vertrauen und führt auch in brenzligen Situationen zu einem guten Ausgang.
Eine friedliche Haltung, Geduld und Beständigkeit sind Werte, die immer mehr verloren gehen, wenn wir die Lösungen im Außen suchen...

Mit hunde-freundlichen Grüßen,
Stephanie Küster

Freitag, 27. August 2021

Physio to Go - Jippi Freilauf 🐾

Warum Freilauf hin und wieder wichtig ist:

Im Freilauf ist die Kraft, die auf die Gelenke wirkt viel größer als im Schritt und Trab.
Während im Schritt zwar jedes Bein auffußt, was auch sehr wichtig ist, so kommt es im Freilauf, wo ein Hund sich selbständig in seinem Tempo bewegen darf, durch das Bremsen, Spielen, Kurven laufen zu unterschiedlichen Belastungen und Druckstärken, die immens wichtig für die Ernährung des hyalinen Knorpels sind.
Überbelastung und Schonung sind die Feinde des Knorpels. Nur eine adäquate Belastung dient der Gesunderhaltung des Hundes.




Sprache der Hunde

 Alle Rassen haben eins gemeinsam, sie sprechen die gleiche Sprache, egal woher sie kommen. Außerdem können sie nicht nur die Körpersprache lesen, sondern vor allem reagieren sie immer auf die Energie, die der andere ausstrahlt.

Daher ist es wichtig, besonders bei neuen Kontakten, auch auf den physiologischen Zustand zu achten, damit es aufgrund eines hohen Erregungslevels nicht zu Missverständnissen kommt.
Schöne Hundekontakte sind kein Zufall, sondern eine Mischung aus Sicherheit, Erfahrungen und dem respektieren jeweiliger Bedürfnisse.🐾



Donnerstag, 24. Juni 2021

Sicherheit -> Nähe -> Kontakt -> Bindung

SICHERHEIT - ist die Voraussetzung, bevor überhaupt irgendetwas Gutes beginnen kann!

Sich sicher zu fühlen, ist eines der wichtigsten Grundvoraussetzungen, bevor starke soziale Beziehungen entstehen können.
Denn nur wenn ein Hund sich mit uns sicher fühlt, sucht er unsere Nähe, möchte irgendwann sogar Körperkontakt und ist bereit, Neues zu lernen.😍
Leider sieht die Welt heutzutage oftmals anders aus. Wir fassen den Hund sofort an, streicheln und umarmen ihn evt sogar noch, bis Hund knurrt oder schnappt... und plötzlich fühlt sich niemand mehr sicher.
Leider hat dann oft der Hund das Nachsehen, dabei haben wir uns nur nicht an die Reihenfolge gehalten, die für eine sichere Bindung notwendig ist.
1. Zeige deinem Hund, dass er sicher ist - und verhalte dich vor allem so! Kündige Handlungen verbal oder durch Körpersprache vorher an -> sei berechenbar.
2. Wenn ein Hund sich sicher fühlt, wird er in der Regel schon aus Neugier deine Nähe aufsuchen. Ansonsten mach es wie mit einem Besucher, eine Kleinigkeit zum Essen (Leckerchen) anbieten, hat schon so manches Eis gebrochen... Aber bedenke, nur weil jemand Nähe herstellt, hat das nichts damit zu tun, dass derjenige angefasst werden will -> also Finger weg!
3. Auch ein Hund kann klar und unmissverständlich zeigen, dass er Körperkontakt möchte, z.B. durch randrücken, anstupsen, ran kuscheln... Wenn ein Hund bei Berührungen zappeliger wird, ausweicht, weggeht oder gar "nur" die Luft anhält, dann sollte man die Finger weglassen.
4. Nur wenn ein Hund sich mit uns wohlfühlt und die Nähe mit uns genießen kann, wird Oxytocin (das Kuschelhormon, welches soziale Interaktionen beeinflusst und Stress reduzieren kann) ausgeschüttet.
Berührungen, also Nähe ohne dass sich der Hund sicher fühlt, führt zur Mobilisierung des Körpers, was Defensivstrategien auslösen kann.
Wirkliche Nähe kann man nicht trainieren - Vertrauen macht einen Hund "gehorsam" und ist der Schlüssel zum Erfolg. 🥰