Dienstag, 20. November 2018

Freilauf

Warum Freilauf hin und wieder wichtig ist:
Im Freilauf ist die Kraft, die auf die Gelenke wirkt viel größer als im Schritt und Trab.
Während im Schritt zwar jedes Bein auffußt, was auch wichtig ist, so kommt es im Freilauf, wo ein Hund sich selbständig in seinem Tempo bewegen darf, durch das Bremsen, Spielen, Kurven laufen zu unterschiedlichen Belastungen und Druckstärken, die immens wichtig für die Ernährung des hyalinen Knorpels sind.
Überbelastung und Schonung sind die Feinde des Knorpels. Nur eine adäquate Belastung dient der Gesunderhaltung des Hundes.

Mit hunde-freundlichen Grüßen, Stephanie Küster

Donnerstag, 1. November 2018

Zuhören

Von Hunden lernen...wir sollten ihnen öfter einfach mal nur zuhören 
🐾 Zuhören, ohne sich eine Antwort zu überlegen
🐾 Zuhören, ohne zu interpretieren
🐾 Zuhören, ohne zu antworten
🐾 Zuhören, ohne zu bewerten
🐾 Zuhören, ohne zu verbessern
🐾 Zuhören, ohne zu optimieren
🐾 Zuhören, ohne zu erziehen

 Zuhören mit dem Herzen 

Mit hunde-freundlichen Grüßen, Stephanie Küster

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Hilfe, mein Welpe schläft nicht!

Normalerweise würden Hunde draußen leben in der Natur, in der es Raubtiere und andere Feinde gibt. Wäre ein Welpe alleine unter einem Baum eingeschlafen, hätte er den nächsten Tag vermutlich nicht überlebt. Der Welpe wäre gefressen worden oder erfroren.
Die direkte Nähe einer Bezugsperson ist daher absolut lebenserhaltend. Kleine, müde Welpen werden nähebedürftig. Das ist keine böse Absicht, sondern ein ganz normales Verhalten. Dem Nähebedürfnis nachzugeben gehört sozusagen zum Überlebensinstinkt, und hat nichts mit mangelnder Erziehung zu tun.
Nur wenn sich Welpen und auch erwachsene Hunde entspannen können, finden sie in den Schlaf, denn Schlaf macht einen total wehrlos. Daher hat es die Natur so eingerichtet, dass Hunde nur schlafen können, wenn sie sich sicher fühlen. Und das tut ein Welpe nur, wenn eine vertraute Bezugsperson bei ihm ist. Dies können die Hundeeltern oder -tanten / -onkels sein oder die Menschen, denen er vertraut.
Ein Welpe fühlt sich nicht automatisch sicher, weil irgendein Mensch, irgendein Hund da ist, oder weil die Wohnung oder das Auto abgeschlossen ist.
Bei übermüdeten, unsicheren Hunden ist der Protest vorprogrammiert. Zu wenig Nähe, zu viele Reize - Alleine sein schadet dem Urvertrauen des Hundes. Stress mit all seinen Folgen kommen zum Tragen: Dinge zerstören, vermehrt Kot und Urin absetzen, Bellen, Winseln, Heulen...usw. Dieses Verhalten macht allen das Leben schwer, aber ein Hund tut das nicht mit Absicht. Es ist nur manchmal alles zu viel, und durch dieses Verhalten können Hunde ihrem Stress Ausdruck verleihen und alles raus lassen.
Welpen müssen nicht nur lernen zu schlafen, sondern auch, sich selbst zu regulieren, und das geht nur mit Hilfe von außen. Manchmal lohnt es sich nicht, nach dem warum zu fragen oder zu interpretieren, sondern einfach nur da zu sein, damit sich ein Hund beruhigen kann. Jemand zu sein, der sie versteht und sein lässt, ohne immer erziehen und optimieren zu wollen.
Zuviel ist einfach zu viel, Hunde sehen, riechen und hören so vieles gleichzeitig, dass es nur Zeit und Ruhe braucht, alles zu verarbeiten. Reize können so sehr unter die Haut gehen, dass Hunden nicht nur die Haare zu Berge stehen, sondern dass ein Hund aus seiner Haut raus möchte. Es ist dann wie ein Stau, so dass jegliche Berührungen und Reize von Außen unangenehm sind. Deswegen will ein Hund dann nur noch weg. Aber meistens kann er nicht, da die Leine zu kurz oder der Raum zu klein ist.
Menschen reagieren daraufhin genervt und ungerecht, da sie den Hilferuf nicht wahrnehmen, sondern angreifen.
Sicherheit kann man aber nicht erzwingen, Vertrauen muss wachsen!
Mit hunde-freundlichen Grüßen, Stephanie Küster

Samstag, 1. September 2018

Berührungen transportieren Emotionen

Die Haut ist das größte Sinnesorgan unseres Körpers. So können wir Wärme, Kälte, Feuchtigkeit, Druck, Bewegungen und Berührungen spüren.
Jeder Kontakt mit der Haut reizt die Nerven und ruft daher bestimmte Emotionen hervor, denn Berührungen können Ausdruck von Nähe, Zuneigung, Anziehung, Sympatie, Vertrauen und Bedrohung sein.
Daher ist es wichtig, besonders bei den ersten Berührungen, eine gewisse Distanz zu wahren, und nicht die Berührungsbarriere zu schnell zu überwinden. Denn viele Hunde mögen es überhaupt nicht, zu früh und zu plump körperlich berührt zu werden.
Berührungen jeglicher Art sind in der Tat etwas sehr intimes, und werden daher in unterschiedlichen Situationen, von unterschiedlichen Lebewesen, zu unterschiedlichen Situationen als angenehm oder unangenehm bewertet.
Wenn mich jemand fragt, insbesondere ein Kind, ob es meinen Hund streicheln darf, lautet meine Antwort in der Regel: "Lass uns doch mal den Hund fragen." Kinder verstehen das sehr gut, denn besonders wenn sie noch klein sind, werden sie von so vielen Verwandten, Bekannten und auch Ärzten angefasst, gedrückt, hochgehoben und geknuddelt, dass sie diese Grenzüberschreitung sehr gut nachvollziehen können und wissen, wie es sich anfühlt, Dinge über sich ergehen lassen zu müssen.
Jemanden ständig anfassen zu müssen ist mindestens genauso verhaltensauffällig, wie jemanden nie berühren zu wollen.

Von Natur aus sind soziale Lebewesen, Menschen sowie Hunde, auf Nähe aus. Der Beweis ist schnell erbracht, denn die Sterblichkeitsrate schießt immens in die Höhe, wenn Welpen und Menschenbabys nur "versorgt", aber nicht umsorgt werden.
Körperkontakt ist also lebensnotwendig!
Wieso passiert es jedoch immer wieder, dass einige Hunde sowie Menschen auf Nähe mit Distanz vergrößernden Maßnahmen reagieren? In der Regel deswegen, weil vorher jemand mit ihnen zu weit ging. Jedes Lebewesen verfügt über eine sogenannte Individualdistanz, die Distanz, in der man sich wohlfühlt. Wird diese Individualdistanz unterschritten, wird ein Hund mit Flucht, Meide- oder gegebenenfalls mit Angriffsverhalten reagieren.
Wir sollten öfter einfach nur mal ruhig stehen bleiben, uns abschnüffeln lassen und warten bis der Hund wieder geht.
Keine Erwartungen, Wünsche und Forderungen an ein Gegenüber zu haben, lässt Misstrauen schwinden und Vertrauen wachsen.
Überlassen wir im Zweifelsfall unserem Hund die Entscheidung, ob und wie viel Nähe er braucht und ihm gut tut.
Mit hunde-freundlichen Grüßen, Stephanie Küster

Freitag, 10. August 2018

Guter Lehrer <-> Erziehung

Begleitest Du Deinen Hund auf Eurem Weg und erklärst ihm Deine Welt oder erziehst Du noch?
Mein Fahrlehrer hat mir Schritt für Schritt die Regeln des Straßenverkehrs beigebracht. Er war mir sehr sympatisch und hat mir mit Ruhe und Freude alles erklärt. Er hat mich gefordert, mich in sicherer Umgebung Fehler machen und üben lassen, mich nie überfordert und mich motiviert.
Irgendwann war ich gut und sicher genug, so dass ich alleine unterwegs sein durfte. Er hat mich nie belohnt oder gar bestraft, aber er hat sich immer mit mir gefreut, mich ermutigt oder bei Fehlern lachend die Hände vor den Kopf gehalten. Ich kann mich allerdings nicht daran erinnern, dass er sich am Ende auf die Schulter geklopft hat, wie gut ich gehorche oder er mich erzogen hat.
Ich habe ihm vertraut und irgendwann aber auch an mich und meine Fähigkeiten geglaubt...
Mache ich Fehler? Ja natürlich 🙈 Habe ich schon mal einen Strafzettel bekommen? Selbstverständlich😲 Habe ich schon mal Glück gehabt, dass nichts Schlimmeres passiert ist? Na klar 🍀
Menschen und auch Hunde machen Fehler aus den verschiedensten Gründen. In der Regel war keiner gewollt und absichtlich. Lob und Strafe hätte daran auch nichts ändern können.
Ein guter Fahrlehrer zu sein hat nicht nur mit Können und Wissen zu tun, sondern besonders die unterschiedlichsten Menschen und Charaktere sicher auf ihrem Weg zu einer neuen Freiheit (mit klaren Regeln, denn auch auf der Strasse ist man nicht alleine unterwegs) begleiten zu können.
Ein nerviger Beifahrer ( jemand der schlechte Laune verbreitet oder alles nur gut meint 😬) provoziert manchmal mehr Fehler, als wir es alleine nie so schlecht hin bekommen würden.
Führe Deinen Hund so, dass er sich gerne an Regeln hält, um die Freiheiten des Lebens genießen zu können 
Mit hunde-freundlichen Grüßen, Stephanie Küster

Samstag, 7. Juli 2018

Warum Blickkontakt so wichtig ist

Blickkontakt kann so vieles...
 Distanz verringern und Distanz vergrößern
 Zum Spielen einladen und ein Spiel stoppen
  Beschwichtigen und Drohen
 Aggressionen fördern und Aggressionen stoppen
Es kommt wie immer auf das Gesamtbild an...Wenn wir Hunde zusammen lassen möchten, sollten sie jedoch vorab die Möglichkeit bekommen zu kommunizieren.
Wenn Menschen die Kommunikation unterbrechen oder Hund gelernt hat, sich immer nur abzuwenden oder auch hinzustürmen, dann gehen wertvolle Gelegenheiten der Interaktion und des sozialen Miteinanders verloren.
Spiele mit wechselseitigen Interaktionen sind nicht nur förderlich für die Gesundheit, sondern auch für die Resilienz. Verletzungen von sozialen Interaktionen können auf das Gegenüber bedrohlich wirken und defensive Strategien auslösen.
Ich sehe sehr oft, wie Hunde trainiert wurden alles auszublenden, um brav am Fahrrad mitzulaufen oder um ohne nach links und rechts zu schauen, zu seinem Besitzer zu rennen. Was dabei nicht bedacht wird ist, dass diese Hunde, die alles ausblenden, sich sehr unhöflich aus Sicht anderer Hunde verhalten. Vielleicht ein bisschen so, als ob man jemanden im Treppenhaus trifft oder in den Bürogängen, ohne sich zu grüßen. Oder man redet mit jemanden und derjenige dreht einem den Rücken zu.
Unbewusst schaltet der Körper auf Alarmbereitschaft, wenn jemand die Regeln des höflichen Miteinanders verletzt. Wir sollten also unbedingt darauf achten, unsere Hunde nicht wie computergesteuerte Wesen zu behandeln, die sich nur noch im Funktionsmodus bewegen.
Wir brauchen wieder mehr freundliche und sozial verträgliche Hunde, die einfach nur Hund sein dürfen  🐾   
Mit hunde-freundlichen Grüßen
Stephanie Küster

Mit hun❤


Donnerstag, 31. Mai 2018

Zeit

Eines der wichtigsten Dinge die Welpen brauchen ist Zeit
Zeit seines Menschen, damit er nicht alleine ist, Zeit zum Gucken, Zeit für Hinterlassenschaften, Zeit zum Nachdenken, Zeit zum Schnüffeln, Zeit zum Verarbeiten, Zeit zum Spielen, Zeit zum Nichts tun, Zeit zum Entdecken, Zeit mit anderen Hunden, Zeit zum Wachsen, Zeit den Körper kennen zu lernen und zu koordinieren, Zeit zum Dösen, Zeit mit seinem Menschen, Zeit zum Fressen und Trinken und Zeit zum Schlafen.
Dann ist der Tag auch schon rum und es ist Zeit, sich zur Nachtruhe ins Körbchen zu kuscheln...

Unsere Welt ist so vielseitig mit all seinen Gerüchen, Geräuschen und Gefährten... Nehmt Euch daher Zeit, Eurem Welpen oder auch neuem Hund, Eure Welt in Ruhe zu zeigen - mehr braucht ein Hund am Anfang nicht, dass ist Auslastung genug.
Die Zeit und Liebe, die ihr am Anfang Eurem Hund widmet, ist ein Geschenk für die Ewigkeit 

Mit hunde-freundlichen Grüßen, Stephanie Küster